Auszeichnung mit der Ehrennadel 2013

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Die Geehrten (von links): Albert Schulze (Offenburg), Hildegard Löffler (Starzach-Bierlingen), Rosa Ringwald (Hausach), Hilda Zimpfer (Rheinau-Helmlingen) und Waldemar Friedmann (Ottersweier).


Ehrungen des Arbeitskreises Alemannische Heimat
am 28. November 2013 in der Stadthalle in Hausach


Der Arbeitskreis Alemannische Heimat hat am 28. November 2013 in Hausach fünf Persönlichkeiten aus seinem Verbandsbereich für ihren großen ehrenamtlichen Einsatz für die Brauchtums- und Heimatpflege mit seiner Ehrennadel ausgezeichnet. Neben Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, dem Hausacher Bürgermeister Manfred Wöhrle, der Vorstandschaft des Arbeitskreises mit ihrem Vorsitzenden Erich Birkle waren viele Besucher aus nah und fern der Einladung in die schön herausgeputzte Stadthalle gefolgt.

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer betonte, „diese Ehrung rückt das Engagement und das Bemühen um das Brauchtum, das sehr oft auch im Verborgenen geschieht, in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Auf diese Weise kann man diesen Menschen, die wertvolles Kulturgut weitertragen, Dank und Wertschätzung ausdrücken. In Zeiten der Globalisierung wird die Besinnung auf das vertraute Umfeld immer wichtiger. Heimatbewusstsein und Weltoffenheit sind zwei Seiten einer Medaille.“

Bürgermeister Wöhrle bezeichnete die durch ihr Engagement um Brauchtum und Heimatpflege ausgewählten drei Frauen und zwei Männer als „Perlen der Gesellschaft“.
Mit einem bunten Rahmenprogramm durch die Trachten- und Volkstanzgruppe Hausach-Einbach mit den Enkeln von Rosa Ringwald sowie mit Mundartbeiträgen von Ursula Aberle und Helmut Spinner von der Muetersproch-Gsellschaft wurde der Ehrungsabend zu einem Erlebnis.
Nach der offiziellen Feierstunde richtete die Stadt Hausach einen Stehempfang aus, bei dem die Gäste von Mitgliedern der Trachten- und Volkstanzgruppe Hausach-Einbach verwöhnt wurden.


Der Arbeitskreis Alemannische Heimat e.V. Freiburg hat 2013
folgende Personen mit seiner Ehrennadel ausgezeichnet:

Waldemar Friedmann, 77833 Ottersweier

Waldemar Friedmann ist Jahrgang 1937. Seit über 50 Jahren ist er der regionalen Fastnacht eng verbunden. Er trat 1962 der Narrenzunft Ottersweier bei, war lange Jahre deren Präsident und Zunftmeister. 1989 richtete er eine Zunftstube mit Bühne ein. Seither finden dort jährlich mehrere Kleinkunstveranstaltungen statt, die sehr gefragt sind. Später rief er eine Weihnachtsaktion als Benefizveranstaltung ins Leben, deren Spenden und Erlöse an ein Kinderheim gehen. 2005 gründete er den Historischen Bürgerverein Ottersweier, der sich für das überlieferte Brauchtum und für die Erhaltung handwerklicher Traditionen einsetzt. Derzeit restauriert der Verein ein altes Fachwerkhaus, wo das Heimatmuseum Ottersweier untergebracht werden wird.

Innerhalb der Narrenzunft Ottersweier gibt es auf Initiative von Waldemar Friedmann seit 1996 die Zunft der Ziegelmacher. Die Mitglieder lernten dieses alte Handwerk bei einer Ziegelei im Elsaß. Die „Ziegelmacher“ treten bei vielen Volksfesten und Mittelalterfesten auf und sind gern gesehen, weil sie das alte Handwerk vom Verarbeiten des Lehms bis zum Brennen der Ziegel anschaulich vermitteln.

Die Verdienste von Waldemar Friedmann um die Förderung der Ortenauer Fastnacht sollen mit der Verleihung der Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat e.V. gewürdigt werden.


Hildegard Löffler, 72181 Starzach-Bierlingen
Hildegard Löffler ist seit knapp 30 Jahren Mitglied im Trachtenverein Bierlingen. 1987 wurde sie in den Vorstand gewählt, in dem sie bis heute tätig ist. Über verschiedene Lehrgänge erlernte sie die Gold- und Silberfadenstickerei und speziell das Anfertigen der Radhauben. Im Laufe der Jahre erwarb sie sich umfangreiche Kenntnisse über die örtlichen Trachten und deren Geschichte. Seit nunmehr über 25 Jahren betreut sie die Vereinstrachten. Zahlreiche Radhauben des Vereins oder benachbarter Trachtengruppen hat sie restauriert oder nach alten Vorlagen neu gefertigt.

Auf Verbandsebene übernahm sie ebenfalls ehrenamtliche Aufgaben. Sie leitet den Arbeitskreis Tracht im Trachtengau Schwarzwald. Sie organisierte zahlreiche Trachtenausstellungen. Darüber hinaus widmet sie sich der Trachtenforschung, denn ihr geht es darum, das überlieferte Brauchtum weitgehend original zu erhalten. So beteiligt sie sich am jährlichen Trachtenfachmarkt in Bad Dürrheim und arbeitet bei zahlreichen Veranstaltungen und Heimatfesten an vorderster Stelle aktiv mit. Für den Trachtengau Schwarzwald ist sie eine wichtige und wertvolle Stütze in der Vereins - und Verbandsarbeit.

Mit der Verleihung der Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat e.V. erfährt ihr langjähriges Wirken ehrende Anerkennung.


Rosa Ringwald, 77756 Hausach
Rosa Ringwald stammt aus Mühlenbach im Kinzigtal. Sie ist seit vielen Jahren für die Erhaltung des heimatlichen Brauchtums tätig, indem sie verschiedensten Schäppel für die Trachtenträgerinnen vor allem Im Kinzigtal fertigt. Ihr Fachwissen erhielt sie über die Schwester ihres Schwiegervaters, die schon vor dem Krieg Schäppel und Hauben herstellte.

1972 kam es zur Gründung der Volkstanzgruppe Hausach-Einbach. Die Materialbeschaffung für die überlieferte Tracht war sehr schwierig. Niemand hatte damals zuverlässige Unterlagen; schließlich wurde man bei einer ehemaligen Hosenträgerfabrik in Hausach fündig. Rosa Ringwald half, die vielen Perlen einzufädeln. Zug um Zug wurden dann die Schäppel gebunden, zunächst die Einbacher Schäppel. Später kamen andere Formen hinzu, wie z.B. die Fürstenberger Schäppel oder die Eutinger Schäppel. In Zusammenarbeit mit dem Bund Heimat und Volksleben und dem Trachtenmuseum Hausach hat Rosa Ringwald im Laufe der Jahre viele Hauben und Schäppel restauriert. Um auf Handwerkertagen oder Messen die Vielfalt der Trachtenformen zu zeigen, kleidete sie Puppen in der jeweiligen örtlichen Originaltracht ein, damit die Besucher einen möglichst ursprünglichen Eindruck über die reichhaltigen Details einer Tracht gewinnen konnten.

Heute trägt Rosa Ringwald die Tanztracht der Einbacher aus dem mittleren Kinzigtal. Sie konnte Töchter und Enkel mit viel Herzblut für das Brauchtum gewinnen, damit das überlieferte Trachtenhandwerk nicht in Vergessenheit gerät.

Ihre Verdienste um das Trachtenhandwerk sollen mit der Verleihung der Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat e.V. gewürdigt werden.


Albert Schulze, 77654 Offenburg
Albert Schulze ist Mitglied der Trachtengruppe Oberkirch und gehört seit den 80er Jahren der Volkstanzgemeinschaft Offenburg an. Als Vorstandsmitglied und Tanzleiter hat er viele Volkstanzfeste in der Ortenau geplant, organisiert und durchgeführt. Er beteiligt sich seit Jahren an den Volkstanzwochen in Ortenberg, Tübingen und Freiburg. Daneben ist er für die Öffentlichkeitsarbeit der Volkstanzgemeinschaft zuständig. Als Mitbegründer und Redakteur der Volkstanzwochenzeitung berichtet er über die Volkstanzwochen und darüber hinaus.

Schon kurz nach der Wende schuf er 1989 Kontakte zur Stadt Altenburg in Thüringen. Es war damals eine der ersten Begegnungen einer Gruppe aus der Bundesrepublik, als die Offenburger nach Altenburg reisten und den Volkstanz mitbrachten. Seither gibt es regelmäßige Besuche hin und her. 1992 hielt Albert Schulze in Altenburg einen Lehrgang über Badische Tänze und half bei der Gründung örtlicher Folkloregruppen. Viele Verbindungen werden von den Mitgliedern bis heute auch privat weitergepflegt. Besonderen Wert legte Albert Schulze auf die Jugendarbeit. Rund 20 Jahre lang brachte er den Kindern der Grundschule Ohlsbach Volkstänze bei.

Das Offenburger Freiheitsfest im Jahr 1997 war für viele Mitglieder der Heimatvereine Anlass, Biedermeiergruppen zu gründen. Hier hat sich Albert Schulze besonders eingebracht. Er gründete die Biedermeiergruppe Offenburg und ist bis heute deren Leiter und Organisator.

Albert Schulze hat sich als Botschafter für den heimatlichen Volkstanz in Baden besondere Anerkennung erworben. Seine Verdienste sollen mit der Verleihung der Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat e.V. gewürdigt werden.


Hilda Zimpfer, 77866 Rheinau-Helmlingen
Hilda Zimpfer war von 1988 bis 2012 Vorsitzende des Landfrauenvereins Helmlingen. Von 1990 bis 2011 arbeitete sie auch aktiv mit im Vorstand des Landfrauenbezirks Kehl. Hilda Zimpfer beherrscht die Kunst, eine Erntekrone zu binden. Bei vielen Veranstaltungen hat sie für den Landfrauenverband Südbaden in mühevolle Handarbeit die Erntekronen gebunden und hergestellt. Eine Erntekrone wurde sogar beim Tag der deutschen Einheit in Kiel ausgestellt. Andere Erntekronen wurden verschiedenen Ministerpräsidenten der Bundesländer und an Persönlichkeiten in Baden-Württemberg überreicht.

Früher war es üblich, in Landgemeinden oder auf Bauernhöfen beim Erntefest große Kronen aus Ähren zu binden und auf dem Dorfplatz oder in der Kirche aufzustellen. Die Erntekrone ist heute noch Bestandteil des ländlichen Brauchtums in Deutschland.

Bei der Landesgartenschau 2004 in Kehl war Hilda Zimpfer verantwortlich für die Gestaltung eines typischen Bauerngartens. Fast ein ganzes Jahr widmete sie sich diesem Bauerngarten der Landfrauen, angefangen von der Planung über die Bepflanzung und Pflege bis hin zur Betreuung. An ihrem Stand informierte sie viele Besucher über Nutz- und Zierpflanzen und gab Tipps zur Anlage und Pflege eines Bauerngartens. Sie ist übrigens mit dem Vorsitzenden des Obst –und Gartenbauvereins Kehl-Hanauerland verheiratet. Beide sind landes- und bundesweit auf Ausstellungen vertreten und präsentieren die Vielfalt der regionalen Obstsorten der Ortenau.

Ihre Verdienste um die Förderung und Erhaltung des ländlichen Brauchtums sollen mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat e.V. gewürdigt werden.