Bernhard Fehrenbach neuer Vorsitzender
des Arbeitskreises Alemannische Heimat

Der Arbeitskreis Alemannische Heimat e.V., Dachverband für die Heimatpflege im Regierungsbezirk Freiburg, hat bei seiner Mitgliederversammlung am 13. Oktober 2021 im Narrenschopf Bad Dürrheim einen neuen Vorsitzenden gewählt: Bernhard Fehrenbach aus Simonswald. Der 62-jährige folgt auf Martin Obert aus Ihringen, der bereits im Frühjahr aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz niedergelegt hat. Anwesend waren Delegierte zahlreiche Verbände und Vereine, die sich mit Trachtenwesen, Mundart, Musik, Brauchtum Heimatgeschichte oder Literatur befassen. Die Versammlung beschloss, Siegfried Mager aus Zimmern ob Rottweil, der seit 1991 im Vorstand des Arbeitskreises Alemannischen Heimat aktiv war, zum Ehrenmitglied zu ernennen.

Die Ergebnisse der Vorstandswahlen im Überblick:

Vorsitzender:
Bernhard Fehrenbach

Stellvertreter:
Ursula Hülse
Dr. Hans-Peter Widmann

Beisitzer:
Uschi Isle (Nachfolgerin von Franz-Josef Winterhalter)
Helmut Steinmann (Nachfolger von Siegfried Mager)

Schatzmeisterin und Geschäftsführerin:
Susanne Radetzky (Nachfolgerin der verstorbenen Gerlinde Brutschin)


Bernhard Fehrenbach war von 2011 bis 2019 Bürgermeister von Ballrechten-Dottingen und engagiert sich aktuell vor allem im Brauchtumsverein Simonswäldertal e.V.. Zu seinen wichtigsten Aufgaben als Vorsitzender zählt er die Vernetzung der südbadischen Heimatpflege mit landesweiten Aktivitäten wie zum Beispiel den Heimattagen sowie die Unterstützung der Mitgliedsvereine vor Ort.

Als Dachverband bündelt der Arbeitskreis die Interessen der Mitglieder in der Heimatpflege. Deshalb wird für den neuen Vorsitzenden zunächst das Kennenlernen der Mitglieder und das Abfragen der Interessen Vorrang haben, um eine Basis für gegenseitigen Austausch zu schaffen. Darauf aufbauend kann der Arbeitskreis die Interessen gebündelt und verstärkt beim Regierungspräsidium, bei der Landesregierung und in der Öffentlichkeit vertreten.

Wie bei der Versammlung in Bad Dürrheim zur Sprache kam, haben es Vereine der Heimatpflege zunehmend schwer, Nachwuchs zu finden und Ämter zu besetzen. Geändertes Freizeitverhalten, neue Anforderungen im Arbeitsleben, Digitalisierung und demografischer Wandel stellen große Herausforderungen dar.

Wie kann die Leistungsfähigkeit der Vereine erhalten werden?

Welche Perspektiven gibt es in der Heimatpflege und wie kann die Öffentlichkeit besser erreicht werden?


Auf diese Fragen möchte Bernhard Fehrenbach mit seinem Vorstandsteam Antworten finden.

Ansatzpunkte sieht Fehrenbach darin, mehr auf Kinder und Jugendliche zuzugehen. Eine Möglichkeit bieten die Ganztagsschulen mit ihren Arbeitsgruppen. Schon jetzt generieren Sport- und Musikvereine oder die Feuerwehr auch auf diesem Weg ihren Nachwuchs.
Auch Ferienprogramme in verschiedenen Gemeinden bieten laut Fehrenbach Chancen, Kinder, Jugendliche und deren Eltern anzusprechen, zum Beispiel praxisnah in einer historischen Mühle mit dem ganzen Räderwerk.


Heimat besteht aus Natur & Kultur
und schafft Zufriedenheit


Bei einem Pressegespräch ging der neue Vorsitzende des Arbeitskreises auf den Begriff „Heimat“ als zentralen Bestandteil des Arbeitskreises ein. Wie kann man diesen Begriff, für den es keine einheitliche Definition gibt, am besten umreißen?

Heimat hat für Bernhard Fehrenbach auf jeden Fall mit Gemeinschaft zu tun. Denn was benötigt der einzelne Mensch neben Nahrung und Wohnung für sein persönliches Wohlbefinden? – Ein soziales Umfeld! Das habe die Corona-Zeit deutlich gezeigt. Menschen, die nicht mehr aus ihrer Wohnung dürfen, vereinsamen und werden krank – selbst dann, wenn sie von zuhause aus arbeiten. Beim sozialen Umfeld spielen Vereine laut Fehrenbach eine tragende Rolle. Besonders identitätsstiftende Wirkung haben für ihn die Vereine im Bereich der Heimat- und Brauchtumspflege sowie der Heimatkunde.
Bernhard Fehrenbachs Fazit: „Heimat schafft Zufriedenheit!“

Während der Corona-Zeit haben Reisen ins Ausland an Bedeutung verloren und die heimische Umgebung hat an Attraktivität gewonnen. Das gilt auch für Fehrenbach persönlich: Letztes Jahr war er mehrere Tage auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel unterwegs, dieses Jahr auf dem Ostweg von Pforzheim nach Schaffhausen. Besonders beeindruckt haben ihn der Wechsel der Landschaften und die Begegnungen mit vielen jungen Wanderern. Heimat bestehe also auch aus der uns umgebenden Natur. Unter Berücksichtigung der sozialen Bedeutung der Heimat, also unserer Kultur, kommt Bernhard Fehrenbach zum Ergebnis: Heimat besteht aus Kultur und Natur.

Gegenüber der Presse nannte Fehrenbach einen dritten Aspekt der Heimat:
„Die letzten Jahre sind sehr stark geprägt von Zuwanderung und Asylsuchenden. Dieses Thema ist im Grunde nichts Neues. Schon in den Nachkriegsjahren nach dem II. Weltkrieg waren Flüchtlingsströme unterwegs und die Heimatvertriebenen haben eine neue Heimat finden müssen. Dieser gesellschaftlichen Herausforderung müssen wir uns jetzt wieder stellen. Flüchtlinge mussten ihre alte Heimat verlassen und brauchen für eine erfolgreiche Integration eine neue Heimat. Heimat ist deshalb sowohl regional als auch global von Bedeutung. Fazit: Heimat ist brandaktuell!“

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand im Narrenschopf die
Verleihung der Ehrennadeln des Arbeitskreises zusammen mit Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer statt.